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Clifford A. Wright

Martha Rose Shulman

Verfasser: Clifford A. Wright

Ihr Ruf eilte ihr voraus, als ich sie vor 15 Jahren – ausgerechnet – in Tunesien traf. Dort waren wir beide zu einem „Fest fürs Leben“, das vom International Olive Oil Council (Internationales Olivenöl-Komitee) und vom Oldways Preservation Trust (Stiftung zur Überlieferung von gesunden Eßgewohnheiten) gefördert wurde. Die preisgekrönte Kochbuch-Autorin hat zwei Bücher geschrieben, Mediterranean Light und Provençal Light. Ich finde diese Bücher wunderbar, denn hier wird traditioneller Kochkunst eine Sprache gegeben, und hier findet man Rezepte, die genau die immer übergewichtigere und ernährungsbewusste amerikanische Leserschaft ansprechen. Das ist keine leichte Aufgabe, wenn man z. B. daran denkt, dass es in Griechenland und in der Türkei eine ganze Reihe von Olivenöl-basierten Gerichten gibt. Martha Rose sah, dass die amerikanische Bevölkerung sich nicht dauerhaft der mediterranen Lebensweise verschrieben hatte, also brauchten sie Gerichte mit weniger Kalorien, die den für den Mittelmeerraum typischen Geschmack jedoch nicht einbüßten.

M R Schulman Aber Martha hat über 25 Kochbücher geschrieben, und sie ist eine wahre Fundgrube an Informationen und Erfahrung. Im Laufe der Jahre sind wir gute Freunde geworden und kochen auch oft zusammen, jeder sein eigenes Testrezept für das Buch, das er gerade schreibt. Wenn überhaupt jemand Kochen leicht machen kann, dann ist es Martha. Deshalb ist sie auch als Kochlehrerin so beliebt. Kürzlich, als wir an unserer neuen Kochschule arbeiteten, hatte ich Gelegenheit, Martha zu fragen, wie alles begann.

Ich fragte Martha, wann sie mit dem Kochen begonnen hatte und was ihr dabei so gut gefiel.

Du hast viele Bücher über die mediterrane Küche geschrieben. Was hat es mit der mediterranen Küche auf sich, dass sie Dir so gut gefällt?

>>“Da ist besonders dieser großartige Geschmack. Als ich Anfang der 70er Jahre Vegetarierin war, nutzte ich einige gute Kochbücher mit einer Vielzahl von Rezepten aus dem Mittelmeerraum, und italienische Rezepte konnte man gut zu vegetarischen Gerichten abwandeln. Diese Küche gefiel mir, denn im Mittelpunkt stand frisches Obst und Gemüse.”

Du hast es geschafft, zwei scheinbar widersprüchliche Richtungen zu vereinen, nämlich leichte, kalorienarme Küche aus einer Tradition, die großzügig mit Olivenöl umgeht. Wie machst du das und bleibst gleichzeitig der ursprünglichen Tradition treu?

M R Schulman >>“Einige Leute sagen sicherlich, dass meine Rezepte nicht authentisch sind, weil ich weniger Olivenöl verwende als beispielsweise ein griechischer Koch verwenden würde. Ich frage mich immer: Wieviel Olivenöl brauche ich, um dieses Gericht richtig zuzubereiten und den bestmöglichen Geschmack herauszuholen? Ich war nie die gesundheitsfanatische Köchin, die sich nur einen Teelöffel voll Öl gönnte; es sind bei mir eher zwei oder mehr Teelöffel. Und wenn ich ein Gericht zubereite, das mehr Öl benötigt (z. B. Pesto oder Aoli), dann verwende ich auch mehr Öl. Es ist auch eine Frage der Auswahl: welche Gerichte nehme ich in mein Repertoire auf.

Und in der mediterranen Küche ist die Auswahl groß, so dass ich die Gerichte, die für meinen Geschmack zu „schwer“ sind, gut und gerne außen vor lassen kann.“

Die mediterrane Küche gilt als Beispiel für gesunde Ernährung. Was spricht dich an dieser Gegend so an, vor allem in Bezug auf Essen und Kochen?

>>“Meiner Meinung nach macht die mediterrane Küche es uns sehr leicht, uns gesund zu ernähren, weil das Essen so gut schmeckt; es ist von Natur aus, wegen der Grundzutaten, voller Geschmack.”

Also, wenn wir bei Grundzutaten zum Beispiel an Tomaten und Olivenöl denken, welche fertigen Gerichte hast du dann vor Augen?

>>“Auf jeden Fall sehe ich „Marinara Sauce“ (frische italienische Tomatensauce) in allen seinen Variationen, und die ganzen italienischen Gerichte, die darauf aufbauen. Aber schon bevor mir diese Gedanken kamen, hatte ich in viel Olivenöl ganz langsam gekochte Tomaten vor meinen Augen. Ich kann das Gericht in der Auslage einer griechischen Taverne oder einer italienischen Trattoria vor mir sehen.“

Martha Rose Shulman ist nicht nur Autorin der besten Kochbücher mediterraner Küche, sondern schreibt auch für die Rubrik Gesundheit und Fitness in der New York Times:

http://topics.nytimes.com/top/news/health/series/recipes_for_health/index.html

Besuchen Sie sie auch auf ihrer eigenen Website: http://www.martha-rose-shulman.com/

Auf den Rezept-Seiten unserer Website finden Sie auch einige ihrer Lieblings-Tomatengerichte.





Arthur George

Tomaten-Lycopin reduziert das LDL-Cholesterin – Studien werden fortgesetzt

Verfasser: Arthur George

Im Projekt LYCOCARD, ein Forschungsprojekt im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogrammes der EU-Kommission, wurden intensive Untersuchungen angestellt, ob Lycopin / Tomatenprodukte eine positive Wirkung auf die Verringerung des Arteriosklerose- und des kardiovaskulären Risikos haben. Die laufende Forschung hat gezeigt, wie kompliziert die Verfahren wirklich sind, um eindeutige schlüssige Untersuchungsergebnisse nachzuweisen.

CholesterolEine Reihe von neueren Studien haben gezeigt, dass Tomaten-Lycopin aus alltäglichen Lebensmitteln wie Dosentomaten, Tomatenpüree, Tomatensaft und Pasta-Sauce zu einer Reduzierung des LDL-Cholesterins führen kann. Die Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln wie Ateronon haben Studien am Menschen durchgeführt, um diesen Effekt zu testen und nachzuweisen. Während Wissenschaftler glauben, dass der Effekt deutlich zu beobachten ist, haben Versuchsversionen, Berichtsprotokolle und ein Mangel an ähnlichen Forschungen in anderen Ländern zu unzureichenden Ergebnissen geführt.

SENKUNG DES LDL CHOLESTERINS

LYCOCARD Projektkoordinator Dr. Volker Böhm kommentierte kürzlich:
"Industrie und Verbraucher wollen einfache Schwarz-Weiß-Forschungsergebnisse, die eindeutig in " Ja "oder" Nein" resultieren."

"Ein Teil der LYCOCARD Projektforschung, das die Cholesterinsenkenden Effekte von Tomaten-Lycopin untersucht, bringt sowohl positive als auch neutrale Ergebnisse heraus – aber sicherlich keine negativen Ergebnisse."

"Natürlich würden wir gerne sagen, dass diese Studie eindeutig positive Ergebnisse aufzeigt, nämlich dass Tomaten-Lycopin den LDL-Cholesterinspiegel im Blut senken kann. Jedoch verlangen die Protokolle der Versuchsberichte, dass wir über einen neutralen Effekt berichten, positive und neutrale Effekte kompensieren sich".
Und er fuhr fort zu erklären: "Eine ähnliche Studie, die vor 2 Jahren an einer Universität in Süd-China unternommen wurde, zeigte sehr klare und überzeugende positive Ergebnisse, dass Tomaten-Lycopin LDL-Cholesterin senken kann” , und dass "zukünftige Studien voraussichtlich deren Ergebnisse bestätigen werden ".

Im Gespräch mit der Tomate und Gesundheit Redaktion, erklärte Dr. Böhm:

"Wir haben viel darüber erfahren, wie und warum diese Cholesterinsenkende Wirkung beobachtet werden kann. Es war nur eine Frage von begrenzter Zeit und Ressourcen, die uns daran gehindert haben , Änderungen vorzunehmen, unsere Forschungsmethoden zu verbessern und die Versuchsstudien erneut zu starten." Er fügte hinzu: " LYCOCARD ist ein öffentlich gefördertes Forschungsprojekt, und deswegen können unsere Erfahrungswerte von anderen benutzt werden, um auf den vorausgegangenen Experimenten in der Zukunft aufzubauen und diese zu verbessern. Unsere Ergebnisse und Techniken werden es uns hoffentlich in naher Zukunft ermöglichen, auch für andere Gruppen, die in diesem Bereich arbeiten, sehr deutliche positive Auswirkungen aufzuzeigen. LYCOCARD hat zum “neuesten Stand der Technik” in dieser Hinsicht beigetragen. "

LYCOCARD Forschung wird bis Ende März 2011 fortgesetzt.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.lycocard.com

David Sutherland

Konferenz “Schönheit von innen 2010” in Paris am 11. Oktober

Verfasser: David Sutherland

Konferenzbericht

Der tägliche Verzehr von Lycopin-reichhaltigem Tomatenmark reduziert die Rötung der Haut nach Strahleneinwirkung durch UV-Licht.

SkincareEines der aktuellen Themen, das in der eintägigen Konferenz „Schönheit von innen" in Paris am 11. Oktober erörtert wurde, war der Nachweis einer neuen Studie, dass Tomaten-Lycopin ein Potenzial für gesündere Haut besitzt.
Neuen Erkenntnissen zufolge, die erst kürzlich im British Journal of Dermatology veröffentlicht wurden, kann man durch den Verbrauch einer täglichen Dosis von 16 Milligramm Lycopin, z.B. durch den Verzehr von Tomatenmark mit Olivenöl, Schäden an der mitochondrialen DNA, die ein zuverlässiger Marker für die UV-Strahlenbelastung ist, reduzieren.

Forscher der Universität Manchester, des Salford Royal NHS Foundation Trust und der Universität Newcastle schrieben:

"Diese Studie unterstützt frühere epidemiologische, tierische und menschliche Datenauswertungen über die schützende Wirkung von Lycopin und weist darauf hin, dass dieser Wirkstoff auch gegen UV-Strahlung verursachte Gewebeschäden schützt“, und dass „Photoprotektion durch Ernährung mit Tomatenprodukten ein vielversprechendes Forschungsgebiet ist, und weitere Untersuchungen und klinische Studien erforderlich sind, um diese neuen Erkenntnisse zu erforschen”.

DIE STUDIE

Mit einem Durchschnittsalter von 33, wurden zwanzig gesunde Frauen mit den Hauttypen, die als Lichttyp I / II definiert werden, ausgewählt, um an der Studie teilzunehmen. Die Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Gruppe zugeteilt, die 55 Gramm Tomatenmark mit Olivenöl oder der Gruppe, die nur Olivenöl jeden Tag 12 Wochen lang bekam.

Von den 17 Frauen, die die Studie beendeten, zeigten Hautproben, die vom Gesäß vor und 12 Wochen nach dem Eingriff genommen wurden, dass es zwar in der Kontrollgruppe keine Veränderungen gegeben habe, aber dass sich die UV-Dosis, die zur Rötung nötig ist, sich von 26.4 mJ/cm2 am Anfang zu 36.6 mJ/cm2 nach der Lyopin-Einnahme steigerte. Ein Ergebnis, das eine verbesserte Widerstandskraft der Haut gegen Rötung zeigt.

Darüber hinaus wurde Lycopin-Zugabe mit einer Verringerung der UVA-Induktion des Matrix-Metalloprotease Enzyms MMP-1 verbunden, welches eine Schlüsselrolle im Abbau der extrazellulären Matrix bei vorzeitiger Hautalterung spielt.

Die Forscher fuhren fort:

"Wir erwarten, dass eine Reihe von häufig verzehrten Lebensmitteln, die hoch verarbeitete Tomaten enthalten, ähnliche Effekte haben könnten, wenn sie in äquivalenten Mengen aufgenommen werden. Dies erfordert aber eine Bestätigung durch weitere Studien. Unser Datenmaterial zeigt auf, dass Lycopin-reichhaltiges Tomatenmark eine geeignete Beschaffenheit und Entwicklungspotential für eine systemische Photoprotektion aufweist.“

Quelle: British Journal of Dermatology 
 Online veröffentlicht vor dem Druck:
10.1111/j.1365-2133.2010.10057.x
“Tomato paste rich in lycopene protects against cutaneous photodamage in humans in vivo”
Authors: M. Rizwan, I. Rodriguez-Blanco, A. Harbottle, M.A. Birch-Machin, R.E.B. Watson and L.E. Rhodes


LYCOCARD Forschung wird bis Ende März 2011 fortgesetzt.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.lycocard.com

David Sutherland

Tomatensaft ist DAS Sport-Getränk aller Zeiten nach dem Training

Verfasser: David Sutherland

Schwimmen Sie härter. Zwingen Sie sich zu zusätzlichen 100 Metern. Laufen Sie weiter. Nehmen Sie Ihre Beine in die Hand und laufen Sie zusätzliche 10 Minuten, nur ein kleines bisschen mehr und ein bisschen weiter, weiter atmen. Trainieren Sie: heben, drücken und dehnen und noch mehr dehnen.

Post-workoutNun ruhig atmen, schöne tiefe Atemzüge, ok, jetzt entspannen, sich gut fühlen, sich großartig fühlen. Es ist Zeit, sich zu erholen. Sie verbrauchten viel Energie, und nun müssen Sie etwas zurückgeben. Die meisten von uns greifen jetzt nach einem isotonischen Sportgetränk, um sich schnell zu erholen und fangen dann an, darüber nachzudenken, etwas Leichtes, eine Mischung aus Kohlenhydraten und Proteinen, zu essen.

Warten Sie eine Minute!

Nach dem Sport? Ihr Körper produziert massive Mengen an Oxidations- (Rost) verursachenden “reaktiven Sauerstoff-Spezies”, besser bekannt als “freie Radikale”. Sie brauchen Flüssigkeit zum Hydratisieren, etwas Salz und Spurenelemente für die Motorik und eine gewaltige Menge an Antioxidianten, die “Freie-Radikale” unschädlich machen. Sie brauchen einen großen Schub an Tomatensaft. Es folgt sofortige Aktion an allen Fronten: Re-Hydratisierung, Reparaturzellen, das Abfangen schädlicher Radikale und Stärkung von Geist und Körper in nur einigen Minuten. Die physiologischen Veränderungen treten unverzüglich auf.

Die Wissenschaft spricht für sich. Tomatensaft hat die Art von überragendem Nährwertprofil, welches nur wenige vermuten, dass er ein solches besitzt, und doch ist es so, zu bescheiden und schlicht für all die Kraft, die er enthält. Dagegen verblassen all jene Zucker-, Salz- und imitierten-Fruchtaromen-Getränke, die glänzend und aufgebauscht als wirklich stärkende Tonika ausgegeben werden. Bevorzugen Sie das Natürliche, das keine E-Nummern enthält. Versuchen Sie es mit einer Stange Sellerie, etwas Muskatnuss oder etwas Tabasco und Pfeffer für einen belebenden Kick. Tomatensaft, wie Sie ihn möchten - pure Kraft.

Arthur George

Clifford A. Wright, Meisterkoch mediterraner Küche

Verfasser: Arthur George

Viele Menschen treffen sich gerne mit Freunden, um sie mit kulinarischen Kreationen in netter Runde zu beglücken. Daraus ist offenbar eine Art eigene Kultur entstanden. Viel von dem, was das Leben dieser Menschen bereichert, offenbart sich ihnen beim Blick in die Küche, wenn das Öl in der Pfanne brutzelt, oder wenn später bei den lodernden Flammen von Flambiertem die eine oder andere Geschichte erzählt wird. Keiner soll hungrig vom Tisch aufstehen, auch wenn er vielleicht etwas auf sein Essen warten muss – Gastfreundschaft ist alles. Manchmal hält die gutgelaunte Gesellschaft Ausschau nach jemandem, der wirklich Ahnung hat: der sich die Zeit genommen hat, genauestens über die Bedeutung der Lebensmittel nachzudenken, über ihre Herkunft, über ihre Zubereitung in der Vergangenheit; jemand, der den kulturellen Wissensschatz über eines der Grundbedürfnisse des Lebens – Essen - hütet und weitergibt.

Clifford A. Wright ist so ein Wächter, ein international gefeierter Koch, anerkannter Ernährungsjournalist, preisgekrönter Autor einiger der besten Kochbücher die man finden kann, ein Dozent, ein großartiger Philosoph und mit Geschichte, Entstehung und Einzigartigkeit einer Lebensweise bestens vertraut, die jetzt als „mediterrane Ernährung“ bekannt geworden ist.

Auf einer Reise durch Spanien kreuzten sich kürzlich unsere Wege auf einer Dinner-Party eines gemeinsamen Freundes, wo ich auf Einladung kochte. Nach dem Essen, bei dem glücklicherweise alles bestens lief, fragte ich Cliff, ob er nicht Lust hätte, in den nächsten Tagen eines der besten italienischen Restaurants in Barcelona zu besuchen. Ich hoffte außerdem, ihn für einen Beitrag für Tomate+Gesundheit zu gewinnen. Er nahm die Einladung gerne an. Während eines wunderbaren Mittagessens aus äußerst schmackhafter Tomaten-„Putanesca“ und Parmesan-Risotto kamen wir ins Gespräch, über vielerlei Themen rund um die Küche, über gutes Essen und über seine Leidenschaft für die mediterrane Küche. Ich musste ihn einfach fragen, wie alles für ihn begonnen hat:

>> “Vielleicht war sogar das Meer der Auslöser. Mitte der 50er Jahre war mein Vater mit der US-Armee in Frankreich stationiert. Im Alter von drei bis acht Jahren hatte ich somit Gelegenheit, mit meinen Eltern an der französischen Riviera Urlaub zu machen – und von der Zeit an war das genau die Gegend für mich. Ich bin viele, viele Male dorthin zurückgekehrt, und meine Liebe zu allem Mediterranen war besiegelt.”.

Cliff ist einer der weltweit bekanntesten Experten zur Geschichte rund um die mediterrane Ernährung – wahrhaftig ein großes Thema, ist es doch gleichzeitig die Geschichte der Entwicklung der Menschen, die Geschichte von Landwirtschaft, Politik, Handel und Wirtschaft. Ich bat ihn, wenigstens einige der bedeutsamsten geschichtlichen Ereignisse zu skizzieren, die die Ernährung in der Vergangenheit beeinflusst oder bei der Entstehung geholfen haben und die heute noch so gelten wie damals.

>> “Das Leben ist nichts Statisches; alles verändert sich, aber wenn wir wichtige geschichtliche Ereignisse betrachten, können wir entwicklungsträchtige Episoden ausmachen, in denen sich das Leben rund um das Mittelmeer verändert hat. Wir sehen weitläufige Trends und das langsame Fortschreiten einer unbeschreiblichen Entwicklung, die sich wie ein breiter Pinselstrich durch das Leben im Mittelmeerraum ziehen. Als die vier wichtigsten historischen Ereignisse, die den Mittelmeerraum von heute geschaffen haben, wären zu nennen: die arabische landwirtschaftliche Revolution vom 8. bis zum 12. Jahrhundert, der Übergang vom Feudalismus in den Kapitalismus, das Zeitalter der Entdeckungen, das in die Öffnung einer Neuen Welt und in die Wieder-Entdeckung einer Vielzahl alter Pflanzen, einschließlich der einfachen Tomate, mündete, und die Renaissance, die den Menschen Wohlstand und Anreize für ein besseres Leben brachte.”

Wir kamen dann auf die gesundheitlichen Aspekte zu sprechen, die heutzutage in der sog. „Mediterranen Ernährung“ gesehen werden und die den großartigen Geschmack, die Textur, die kulinarischen Traditionen und Feierlichkeiten in diesen Ländern rund um das Mittelmeer fast in den Hintergrund treten lassen. Ich bat Chris, das für diese Region typische „Kochen für die Sinne und mit allen Sinnen“ zu beschreiben.

>> “Egal wie kompliziert ein Rezept aus unserer mediterranen Küche auch sein mag, lautet eine Antwort von den Köchen – und auch von mir – oft, dass es gerade die Einfachheit und Frische der Zutaten ist, die so viele ansprechend finden. Hier gilt das Essen nicht als Energie- und Nahrungsaufnahme, sondern ist Teil sowohl der Ernährungskultur als auch des respektvollen Umgangs mit den Rohwaren. Das Verhältnis, das die Menschen dieser Region zu „ihrem“ Essen haben, ist tief und beständig, kulturell verankert und in den Familien verwurzelt. Ich erinnere mich, wie ich einmal in Sardinien eine Köchin dabei beobachtet habe, wie sie die kleinen, „malloreddus“ genannten Nudeln zubereitet hat. Schnell erkannte ich, dass diese identisch sind mit den sizilianischen muschelförmigen Nudeln namens "cavatieddi“. Als ich das der sardinischen Köchin mitteilte, zeigte sie sich völlig unberührt: ihre eigene, die sardinische, Kochkunst war die einzige die wirklich zählte. Bei mir ist diese mangelhafte Neugierde nicht auf Unverständnis gestoßen, sondern sie war für mich eher ein Beweis für die ganz eigene Identität der Küche.“

In Spanien höre ich manchmal die Redensart „wenn Olivenöl die Königin der Zutaten ist, dann ist Tomate der König“. Als ich Cliff dies sagte, fragte ich gleichzeitig nach seinen drei Lieblingsrezepten und -gerichten, die Tomaten enthalten.

>> “Wenn Olivenöl die Königin ist und Tomate der König, dann sind beide zusammen einfach die Krönung. Sie bilden die Grundlage für einen wunderbaren Geschmack, einfach dadurch, dass sie miteinander harmonieren: die Tomate, in heißem Olivenöl erhitzt, als krönende Pracht auf Millionen von Tellern jeden Tag.“

Diese Website hängt mit dem LYCOCARD-Projekt zusammen. Darin wird auch deutlich, dass die Inhaltsstoffe dieser vielseitigen Frucht am ehesten für uns verfügbar sind, wenn sie gekocht wird.

>> “Kein Grund zu widersprechen! Gib’ mir jeden Tag eine Pizza Margherita, Spaghetti mit Tomatensoße und Gazpacho. Nun ja, Mozzarella Caprese, reife Tomaten mit frischem Mozzarella und Basilikum, sollte natürlich auch nicht fehlen ... ”.

Mehr Informationen über Clifford A. Wright finden Sie auf seiner Website unter
http://www.cliffordawright.com/caw/index.html

Auf den Rezept-Seiten unserer Website finden Sie auch einige seiner Lieblings-Tomatengerichte.

New Science

Heisse Sonnenstrahlen

Verfasser: New Science

Wir können unsere Haut aus vielen guten Gründen dem hellen, wärmenden Licht der Sonne zuwenden: Sie wollen Ihre schöne Sommerbräune erhalten? Oder auf natürliche Weise Ihren Vitamin-D-Bedarf decken? Oder ganz einfach die wunderbare Wärme der glutroten Sonnenstrahlen spüren? Vergessen Sie dabei auf keinen Fall, dass zuviel ultraviolette Strahlung auch Schaden anrichten kann.

Sunburn Schützen Sie sich also davor, entweder mit Lichtschutzcreme, oder aber mit bestimmten Lebensmitteln, die, wie Wissenschaftler kürzlich herausfanden, die natürliche Schutzfunktion der Haut positiv beeinflussen können. Humanstudien haben gezeigt, dass Lycopin, das aus gekochten oder verarbeiteten Tomaten aufgenommen wurde, eine Lichtschutzbarriere in der Haut aufbauen kann, die vor der schädlichen Wirkung ultravioletter Sonnenstrahlung schützt. Das Ergebnis überrascht im Grunde nicht, da genau diese Wirkweise von Natur aus der Zweck des Lycopins in der Tomatenschale ist, um die Frucht vor der Sonne zu schützen. Was Lycopin der Frucht Gutes tut, kann es auch für Sie tun. Wie aber funktioniert das genau?

Die Wissenschaft

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers und ein wichtiger Schutz vor krankmachenden Organismen und Giftstoffen. Sie ist Bindeglied zur Umgebung (bei der Temperaturregulierung, durch Sinneswahrnehmungen usw.), spielt aber auch bei der Isolierung eine große Rolle. In der Haut werden Fette und Wasser gelagert. Dort findet auch die UV-Licht-abhängige Vitamin-D-Synthese statt.

Licht dringt in die Haut ein und wirkt mit den biologischen Strukturen in den verschiedenen Schichten zusammen. Wie tief das Licht in die Haut eindringt, hängt von ihrer Struktur und Pigmentierung ab, die die Absorption, Reflektion und Streuung beeinflussen: je langwelliger die Strahlen sind, desto tiefer dringt das Licht ein. Bei Sonnenbestrahlung finden eine Reihe von licht-induzierten chemischen und biologischen Reaktionen im Zielgewebe statt. Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) (freie Radikale) entstehen durch photooxidative Prozesse und schädigen Moleküle und Zellstrukturen.

UV-Bestrahlung menschlicher Haut führt zu photooxidativen Schäden, die ungünstig auf den Gesundheitszustand und das Erscheinungsbild der Haut wirken können. Wird die Haut endogen mit Mikronährstoffen versorgt, kann sich der Lichtschutz erhöhen. Carotinoide spielen bei der lichtprotektiven Wirkung in Pflanzen eine wichtige Rolle und verhindern UV-Schäden beim Menschen. Die protektiven Eigenschaften werden der bekannten antioxidativen Wirkung dieser Stoffe zugeschrieben. Lycopin ist das Haupt-Carotinoid der Tomate und ein sehr wirksames Antioxidans. Human-Internventionsstudien zeigten, dass die Gabe von Lycopin oder eine Lycopin-reiche Ernährung die Haut vor UV-abhängigen Schäden schützen kann.

Texte aus: “Tomatoes, Lycopene & Human Health, Preventing Chronic Diseases” © 2007 (Tomaten, Lycopin & Gesundheit beim Menschen, Vorbeugung vor chronischen Erkrankungen ), Kapitel: Lycopene in Photo-protection and Skin Care “ (Lycopin und Lichtschutz und Hautpflege), von Prof. Dr. W. Stahl, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

New Science

Glutrote Tomaten - Gut für das Herz

Verfasser: New Science

Egal mit welchem Aussehen Sie sie bevorzugen, rund oder oval, glatt oder gestreift – Hauptsache, Sie essen sie: Tomaten! Ein regelmäßiger, täglicher Verzehr kann den Blutdruck senken, wie eine im American Heart Journal veröffentlichte Studie zeigte. Wissenschaftler gaben einer Gruppe von 31 Männern und Frauen im Alter von 30 bis 70 Jahren, die unter leichtem Bluthochdruck litten, täglich eine kleine Menge eines natürlichen Tomatenextraktes (entsprechend ca. 4 Tomaten). Nach acht Wochen sank der Blutdruck durchschnittlich um 5 bis 10 Punkte. Die Wissenschaftler schreiben diesen Effekt der starken antioxidativen Aktivität des Tomatenextraktes zu, ebenso wie einem Anstieg von Stickstoffmonooxid, das die Blutgefäße entspannt, erklärt die Leiterin der Studie, Dr. Esther Paran.

Die Wissenschaft: Bluthochdruck gilt als größter Risikofaktor für Schäden an Herz- und Hirngewebe sowie Nierenerkrankungen. Günstige Effekte lassen sich durch Normalisierung des Blutdrucks mit blutdrucksenkenden Mitteln erzielen: Das Risiko für Schlaganfälle sinkt um 40 – 50 Prozent, für Myocard-Infarkte um 20 Prozent und für Herzversagen um mehr als 50 Prozent.

Relax Änderungen der Lebensweise durch veränderte Ernährungsgewohnheiten können den Blutdruck senken. Es wird empfohlen, dass alle Patienten als ersten Schritt der Behandlung ihre Lebensweise entsprechend anpassen sollten. Ergänzende Obst- und Gemüsegaben werden mit einem Anstieg der Gehalte an Vitaminen und Antioxidantien im Plasma und einer Senkung der Blutdruckwerte in Verbindung gebracht.

In der NHANES III Studie wurde ein um eine Standardabweichung höherer Gehalt an β-Carotin mit einem 11% geringeren Bluthochdruck-Risiko in Verbindung gebracht. Die β–Carotingehalte korrelierten invers mit dem systolischen Blutdruck. Tomatenextrakte enthalten Carotinoide wie Lycopin und β-Carotin sowie Vitamin E, die als wirksame Antioxidantien gelten. Sie können freie Radikale unschädlich machen und fortschreitende Atherosklerose aufhalten.

Schutz vor Oxidationsprozessen durch Lycopin und Tomaten wurde sowohl in Humanstudien als auch in Tierversuchen bewiesen. Eine verringerte oxidative Veränderung der LDL-Partikel kann einer der Mechanismen sein, wie Lycopin das Risiko von Herzkranzgefäß-Erkrankungen und fortschreitende Atherosklerose verringern kann.

Das Interesse an Lycopin steigt in den letzten Jahren, nachdem eine Publikation über epidemiologische und klinische Studien erschienen war, die den Zusammenhang von hohen Lycopingehalten und verringertem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beleuchten.

Eine Kurzzeit-Behandlung mit einem Tomatenextrakt, der reich an Antioxidantien ist, (oder einer Ermährungs-Alternative wie Tomatensaft oder aus frischen Tomaten oder Dosentomaten zubereitete Tomatensauce) kann den Blutdruck auf leichte bis mäßige Bluthochdruckwerte senken. Die positiven Ergebnisse dieser Versuche sind ermutigend.

Texte aus: “Tomatoes, Lycopene & Human Health, Preventing Chronic Diseases” © 2007 (Tomaten, Lycopin & Gesundheit beim Menschen, Vorbeugung vor chronischen Erkrankungen ),, Kapitel: “Reducing Hypertension with Tomato Lycopene” (“Bluthochdruck reduzieren mit Lycopin aus Tomaten) von Dr Esther Paran, Ben Gurion University of the Negev, Beer Sheba, Israel

Volker Böhm

LYCOCARD - Einleitung Teil 1

Verfasser: Volker Böhm

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sind die Haupt-Todesursachen in Europa und anderen Industrieländern. Lycopin ist ein Pflanzenfarbstoff, der u. a. in Tomaten vorkommt, dem in Europa am zweit-häufigsten verwendeten Gemüse. Verschiedenste epidemiologische Studien lassen die Annahme zu, dass Lycopin maßgeblich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen kann. Die Lycopin-Gehalte in Tomaten und Tomatenprodukten und die positiven Eigenschaften des Lycopins sind jedoch bisher nicht ausreichend verknüpft.

Lycocard LYCOCARD ist ein von der EU gefördertes integriertes Projekt (6. Rahmenprogramm), das seit April 2006 erforscht, welche Rolle Lycopin bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einnimmt. Um die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit zukünftig besser verstehen zu können, wird dabei die gesamte Nahrungskette berücksichtigt und der gesamte Weg „vom Acker auf den Tisch“ betrachtet.

Das multidisziplinäre, fachgebietsübergreifende Konsortium des LYCOCARD-Projektes (15 Partner aus sechs Ländern), das sich aus Wissenschaftlern, Technologen und Patientenorganisationen zusammensetzt, möchte insbesondere folgende Punkte klären: Auswirkungen technologischer Prozesse auf Lycopin, Wechselwirkungen verschiedener Inhaltsstoffe, molekulare Aspekte bei der Aufnahme und
dem Metabolismus von Lycopin sowie Wirkungen von Lycopinisomeren und Lycopinmetaboliten in biologischen Systemen.

Die gewonnenen Informationen sollen dazu führen, dass Ernährungsrichtlinien
verbessert und gesunde neue Lebensmittel aus Tomaten und anderen Lycopinquellen entwickelt werden können. Durch diese neuen Ernährungsrichtlinien werden Verbraucher dabei unterstützt, Nahrungsmittel auszuwählen, die auf ihr persönliches Risikoprofil zugeschnitten sind.

LYCOCARD wird so nicht nur die Gesundheit der europäischen Verbraucher verbessern und dadurch die Kosten der Gesundheitssysteme senken, sondern ebenfalls das Fachwissen auf diesem Gebiet maßgeblich erweitern.

Durch die gesteigerte Nachfrage nach gesundheitsförderlichen Tomatenprodukten und
anderen neu entwickelten gesunden Lebensmitteln wird außerdem die Position der europäischen Lebensmittelindustrie gestärkt. Die Forschungstätigkeit in den ersten drei Jahren verlief sehr vielversprechend in einer guten Arbeitsatmosphäre.

Zukünftige Artikel informieren über Ergebnisse und Fortschritte des Projektes.